TTL und CMOS
Die Logik besteht aus einzelnen Logikbausteinen, die je nach Verwendung in einfachen oder komplexen Schaltungen untergebracht sind. Für die Bausteine existieren diskrete Spannungswerte für Ein- und Ausgang, die einen High-Pegel (1) oder einen Low-Pegel (0) definieren.
Die Bausteine kann man auf unterschiedliche Weise, mit
unterschiedlichen Bauelementen verwirklichen. Man fasst die verschiedenen
Techniken, die mit der Zeit immer weiter entwickelt wurden, in Logikfamilien
zusammen.
| RTL | Resistor-Transistor-Logic | Widerstände und bipolare Transistoren |
| DCTL |
Direct Coupled Transistor Logic | direkt miteinander gekoppelte bipolare Transistoren |
| DRL | Dioden-Resistor-Logic | Dioden und Widerstände |
| DTL | Dioden-Transistor-Logic | Dioden und Transistoren |
| TTL | Transistor-Transistor-Logic | Bipolare Transistoren |
| MOS | Metal Oxid Semiconductor | MOS-FETs |
Digitalschaltungen der gleichen Logikfamilie zeichnen sich durch folgende Übereinstimmungen aus:
- gleiche Betriebsspannung
- gleiche Ein- und Ausgangspegel
- gleicher Störabstand
- gleiche Signallaufzeit
Diese Logikfamilien haben, durch ihre Bauweise bedingt, Eigenschaften, die je nach Verwendung als Vor- oder als Nachteil gesehen werden.
Die bekanntesten und meist gebräuchlichsten – und auf die hier deshalb weiter eingegangen wird – sind die Transistor-Transistor-Logic (TTL) und die Complementary Metal Oxid Semiconductor (CMOS).
TTL
Die TTL verwendet für den Aufbau Widerstände und Transistoren. Dieses System ist äußerst robust und schaltet, durch Einsatz von Schottky-Dioden, sehr schnell, d.h. die möglichen Taktfrequenzen sind hier relativ hoch.
Ein Nachteil bei der TTL ist der ständig fließende Ruhestrom – also die Verlustleistung – und die dadurch bedingte Erwärmung, wodurch die Komplexität bzw. die Menge der verwendeten Bausteine begrenzt wird.
Durch den sehr niedrigen Störabstand führen Störspannungen leicht zu Fehlfunktionen.
Kennwerte:
| Betriebsspannung: | +5V ± 0,25V |
| Leistungsaufnahme: |
10mW pro Verknüpfung |
| Störabstand: | 0,4V |
| Signallaufzeit: | 10 ns |
| IC-Kennung: | 74xx |
| Pegel: | Eingang: Low(L) = 0 – 0,8V ; High(H) = 2 – 5V Ausgang: Low(L) = 0 – 0,4V ; High(H) = 2,4 – 3,8V |
CMOS
Die Bauteile der CMOS-Familie sind aus MOS-FET-Transistoren vom n- und p-Kanaltyp aufgebaut, deshalb nennt man sie auch Complementary (ergänzend) MOS. Die Schaltungsfamilie ist einfach aufgebaut, hat eine hohe Integrationsdichte und kann preiswert hergestellt werden.
Die Versorgungsspannung Ub kann bei CMOS-Bausteinen variabel zwischen +3V und +15V gewählt werden, weshalb die Pegel als Prozent von Ub angegeben werden. Ein H-Pegel am Eingang besteht bei einer Spannung von über 70% von Ub, ein L-Pegel bei unter 30%. Am Ausgang ist ungefähr Ub ein H-Pegel und 0V ein L-Pegel.
Die Leistungsaufnahme der Eingänge ist sehr gering durch die MOS-Technologie. Die Schaltzeiten sind länger als bei TTL.
Kennwerte:
| Betriebsspannung: | +3V – +15V |
| Leistungsaufnahme: |
10nW pro Verknüpfung |
| Störabstand: | 1V |
| Signallaufzeit: | 50 ns |
| IC-Kennung: | 4xxx bzw. 74HC4xxx |
| Pegel: | Eingang: Low(L) = 0 – 1,5V ; High(H) = 3,5 – 5V Ausgang: Low(L) = 0 – 0,5V ; High(H) = 4,5 – 5V |
Vorteilhaft bei CMOS ist die, u.a. durch fehlende Widerstände, kleine Bauart und die extrem kleine Verlustleistung bei niedrigen bis mittleren Taktfrequenzen. Dieses beruht darauf, dass kein Ruhestrom im taktfreien Zustand fließt.
Bei hohen Frequenzen steigt die dynamische Verlustleistung jedoch über TTL Niveau und Außerdem ist CMOS relativ empfindlich gegenüber statischer Aufladung.
Erläuterung der Kennwerte
Signallaufzeit und Signalübergangszeit


Die Signallaufzeit ist die Impulsverzögerung zwischen Eingangs- und Ausgangssignal.
Die Signalübergangszeit gibt an, in welcher Zeit sich der Signalwert von 10% auf 90% des gewünschten Signals geändert hat.
Störabstand


Je größer der Abstand zwischen den Low- und High-Pegeln zwischen Ein- und Ausgang ist, desto größer ist auch die Störsicherheit, das heißt der Schutz vor den Auswirkungen von Störspannungen.
Energiebedarf und Schaltgeschwindigkeit
| TTL | MOS |
|---|---|
![]() bipolarer Transistor |
![]() CMOS-Transistor |
|
|
| Schaltet sehr schnell, aber braucht ständig Energie, um den Schaltzustand zu erhalten. |
Schaltet langsamer, weil erst ein Lade-, bzw. Entladestrom fließen muss, benötigt aber im Wesentlichen nur zum Schalten Energie. |
(Für TTL- und CMOS-Familie sind einige Sonderbauformen verfügbar, der Einfachheit halber wurden hier nur die Grundformen dargestellt.)

