Umgebungsvariablen setzen

Es müssen folgende drei Umgebungsvariablen gesetzt werden:

  • http_proxy(IP-Adresse und Port des Proxyservers, der http-Anfragen weitergibt)
  • https_proxy(IP-Adresse und Port des Proxyservers, der http-Anfragen weitergibt)
  • no_proxy(Diejenigen internen IP-Adressen bzw. Hostnamen, deren Anfragen nicht über den Proxy weitergeleitet werden sollen)

Man benötigt dafür die IP-Adresse und den Port des Proxyservers und eventuell einen Benutzernamen und ein Kennwort falls auf dem Proxy konfiguriert.

Nun wird in der Konsole oder einem Terminalfenster die Datei

\etc\environment 

editiert. Das geschieht durch den Befehl

sudo nano /etc/environment

"sudo" heißt "superuser do". Damit werden Prozesse als root (Super-Benutzer mit allen Rechten) ausgeführt, ohne dass das Kennwort  von root eingegeben werden muss.

"nano" ist der Name des installierten Editors.

"environment" ist der Name der zu editierenden Datei im Verzeichnis "etc".

Terminal mit Kommando

Nun werden hier die drei Umgebungsvariablen z.B. folgendermaßen editiert:

export http_proxy="http://172.22.100.2:80"
export https_proxy="http://172.22.100.2:80"
export no_proxy="localhost, 127.0.0.1"

Zum Speichern und Verlassen Strng + x drücken.


Umgebungsvariablen auch für superuser-Prozesse verfügbar machen

Auch Prozesse wie z.B. das Herunterladen und das Aktualisieren von Software, die als sudo ausgeführt werden, benötigen die Proxy-Einstellungen. Daher müssen diese Einstellungen auch für sudo verfügbar gemacht werden, indem man die Datei

/etc/sudoers 

editiert. Wenn man hier einen Tippfehler (Syntaxfehler) macht, funktioniert das sudo-Kommando fatalerweise nicht mehr und man den Fehler nicht korrigieren. Daher wird hierfür der visudo-Editor benutzt, der eine Syntaxüberprüfung macht:

sudo visudo
In der Datei wird folgende Zeile hinzugefügt:

Defaults    env_keep+="http_proxy https_proxy no_proxy"


Danach ist ein Neustart erforderlich:

reboot


Proxyserver wieder entfernen

Wenn nun der Rechner in ein anderes Netzwerk gebracht wird, sind die Proxy-Einstellungen nun falsch und es lässt sich keine Internetverbindung herstellen.

Die Proxy-Einstellungen und müssen dann in der Datei 

\etc\environment 

mit

sudo nano /etc/environment

entsprechend geändert werden.

Wenn es nun aber keinen Proxyserver mehr gibt, reicht es, wenn die Einstellungen dort einfach mit einem vorangestellten # auskommentiert werden:

#export http_proxy="http://172.22.100.2:80"
#export https_proxy="http://172.22.100.2:80"
#export no_proxy="localhost, 127.0.0.1"
Beim Booten des Systems werden diese Zeilen nicht mehr interpretiert. Die Kommentarzeichen lassen sich aber leicht wieder entfernen, falls der Raspberry Pi z.B. wieder in die Schule gebracht wird.






Last modified: Thursday, 21 March 2019, 8:28 PM