Die nicht-normalisierte Datenstruktur

Durch den Prozess der Normalisierung können Datenredundanzen vermieden und die daraus resultierenden Speicheranomalien verhindert werden.

PersonalNrNachnameVornameAbteilungsNrBezeichnungProjektNrBeschreibungStunden
1LorenzSophia1Personal2Verkaufspromotion83
2HohlTatjana2Einkauf3Konkurrenzanalyse29
3WillschreinTheodor1Personal1, 2, 3Kundenumfrage, Verkaufspromotion, Konkurrenzanalyse140, 92, 110
4RichterHans3Verkauf2Verkaufspromotion67
5WiesenlandBrunhilde2Einkauf1Kundenumfrage160
Nicht normalisierte Datenstruktur

Eine unnormalisierte Datenstruktur ist dadurch gekennzeichnet, dass sie mehrere Werte in einem Datenfeld aufweist. Beispielsweise sind für einen Mitarbeiter drei Projekte in einem Datenfeld gespeichert.
Aufgrund der redundanten Datenhaltung können mehrere Speicheranomalien beobachtet werden:

Einfügeanomalie Beispielsweise kann eine neue Abteilung nur dann hinzugefügt werden, wenn diese einem Mitarbeiter zugeordnet wird.
Löschanomalie Werden alle Mitarbeiterinformationen gelöscht, gehen auch die Informationen über die Projekte und über die Abteilungen verloren.
Änderungsanomalie Wird beispielsweise die Projektbezeichnung geändert, dann muss diese Änderung bei allen Mitarbeitern, die ebenfalls in diesem Projekt arbeiten, gemacht werden. Ansonsten führt dies zu inkonsistenten Daten.


1. Normalform

=>Entfernen Sie alle Mehrfacheinträge in einem Feld. Jedem Datenfeld eines Datensatzes darf höchstens ein Wert zugewiesen sein.

PersonalNrNachnameVornameAbteilungsNrBezeichnungProjektNrBeschreibungStunden
1LorenzSophia1Personal2Verkaufspromotion83
2HohlTatjana2Einkauf3Konkurrenzanalyse29
3WillschreinTheodor1Personal1Kundenumfrage140
3WillschreinTheodor1Personal2Verkaufspromotion92
3WillschreinTheodor1Personal3Konkurrenzanalyse110
4RichterHans3Verkauf2Verkaufspromotion67
5WiesenlandBrunhilde2Einkauf1Kundenumfrage160
Daten in der 1. Normalform

Folgende Probleme weist die 1. Normalform weiterhin auf:

Redundanzen Mitarbeiterdaten, Abteilungs- und Projektnamen treten mehrfach auf und müssen im Falle einer Änderung an mehreren Stellen geändert werden (Änderungsanomalie => Dateninkonsistenz).
Keine eindeutige Identifizierung Es ist notwendig, den Identifikationsschlüssel zu erweitern. Eine eindeutige Identifikation ist nur durch eine Kombination aus Personalnummer und Projektnummer möglich.


2. Normalform

=>Jedes Nicht-Schlüsselfeld muss vom ganzen Schlüssel (der auch aus mehreren Feldern bestehen kann) abhängig sein.
Datenfelder dürfen nicht nur von einem Teilschlüsselfeld abhängig sein.

Aus der ursprünglichen Tabelle entstehen nun vier Tabellen:

Die Tabelle MITARBEITER enthält nur die Personaldaten sowie als Fremdschlüssel die Zuordnung zu einer Abteilung. Alle Daten können über das Schlüsselfeld (PersonalNr) identifiziert werden.

PersonalNrAbteilungsNrNachnameVorname
11LorenzSophia
22HohlTatjana
31WillschreinTheodor
43RichterHans
52WiesenlandBrunhilde


Die Tabelle PROJEKT enthält die die Projektbeschreibungen, die sich mit den Projektnummern identifizieren lassen.

ProjektNrBeschreibung
1Kundenumfrage
2Verkaufspromotion
3Konkurrenzanalyse


Die Tabelle ABTEILUNG enthält die die Abteilungsbezeichnungen, die sich mit den Abteilungsnummern ermitteln lassen.

AbteilungsNrBezeichnung
1Personal
2Einkauf
3Verkauf


Die Tabelle PROJEKTAUSWERTUNG entsteht, weil die Stundenzahl, die ein Mitarbeiter an einem Projekt gearbeitet hat, nur aus der Kombination von Projekt- und Personalnummer identifizieren lässt.

ProjektNrPersonalNrStunden
13140
15160
2183
2392
2467
3229
33110
Tabellen in der 2. Normalform

Die 3. Normalform

Eine Tabelle befindet sich in der 3. Normalform, wenn alle Datenfelder nur vom gesamten Schlüssel abhängig sind und untereinander keine Abhängigkeiten auftreten. Sobald ein Nicht-Schlüsselfeld nur über ein anderes Nicht-Schlüsselfeld identifizierbar ist, spricht man von transitiver Abhängigkeit. Auch transitive Abhängigkeiten ziehen Datenredundanz und gegebenenfalls -inkonsistenzen nach sich.

Die Tabellen der 2. Normalform befinden sich schon in der 3. Normalform, da keine transitiven Abhängigkeiten bestehen.

=> Werden bei der Erstellung eines Entity-Relationship Diagramms n:m-Beziehungen in zwei hierarchische Beziehungen (1:n-Beziehungen) aufgespalten, so führt diese Vorgehensweise in der Regel zu Relationen in der 3. Normalform.


Aus der Tabelle PROJEKTAUSWERTUNG soll zusätzlich die Tätigkeit des einzelnen Mitarbeiters am Projekt hervorgehen. Die Art der Tätigkeit bestimmt den Stundenlohn. Damit ist der Stundenlohn nicht direkt, sondern transitiv vom Schlüsselfeld (ProjektNr, PersonalNr) abhängig.


Beispiel für transitive Abhängigkeiten



ProjektNrPersonalNrStundenTätigkeitStundenlohn
13140Betreuung45,- €
15160Betreuung45,- €
2183Koordination55,- €
2392Koordination55,- €
2467Durchführung50,- €
3229Durchführung50,- €
33110Durchführung50,- €
Transitive Abhängigkeiten

=>Für die 3. Normalform müssen alle transitiven Abhängigkeiten durch Teilen der Tabellen in mehrere Relationen beseitigt werden. Alle Nicht-Schlüsselfelder müssen direkt vom gesamten Schlüsselfeld abhängig sein.



Die Tabelle PROJEKTAUSWERTUNG enthält als Fremdschlüssel die Tätigkeitsnummer.

ProjektNrPersonalNrStundenTätigkeitNr
131401
151601
21832
23922
24673
32293
331103


Die Tabelle TÄTIGKEIT enthält die Tätigkeiten, sowie die dazugehörigen Stundenlöhne. Sie können über das Schlüsselfeld (TätigkeitsNr) identifiziert werden. Ändert sich nun beispielsweise der Stundenlohn einer Tätigkeit, muss diese Änderung lediglich in dieser Tabelle an einer Stelle durchgeführt werden.

TätigkeitsNrTätigkeitStundenlohn
1Betreuung45,- €
2Koordination55,- €
3Durchführung50,- €
Tabellen in der 3. Normalform

Last modified: Thursday, 25 January 2018, 12:30 PM