Problem: DRAM ist langsam


DRAM ist u.a. langsam, weil

  • lange Wortleitungen aufgeladen werden müssen,

  • ein auszulesender Kondensator seine Ladung nur langsam auf die Bitleitung ausgibt,

  • der ausgelesene Inhalt muss bewertet und zurück geschrieben werden,

  • während des Refresh kein Speicherzugriff erfolgen kann.

Zwar ließen sich durch komplexere Schaltungen die Zugriffszeiten verringern, womit aber auch die Packungsdichte sinken und der Preis steigen würde. Es wird daher auch versucht, die Anbindung an den Speicherbus (genauer: Punkt zu Punkt-Verbindung) zu verbessern, über den die Daten übertragen werden:


Speicheranbindung


SDRAM


SDRAM (Synchronous Dynamic Random Access Memory) arbeitet synchron zur Speicherbus-Taktfrequenz, was das bis dahin übliche Handshake-Verfahren überflüssig macht und damit die Datentransferrate erhöht. Daten werden immer mit der steigenden Taktflanke des Datenbusses übertragen.

Chip

Modul

Speichertakt

I/O-Takt

Effektiver Takt

Übertragungsrate pro Modul

PC-66

PC-66

66 MHz

66 MHz

66 MHz

0,53 GB/s

PC-100

PC-100

100 MHz

100 MHz

100 MHz

0,8 GB/s

PC-133

PC-133

133 MHz

133 MHz

133 MHz

1,06 GB/s


SDRAM

SDRAM-Module gab es für 66, 100, 133 MHz Speichertakt und hießen PC-66, PC-100 und PC-133. Die Datenübertragungsrate eines PC-100 Moduls betrug


\( 100 \cdot {10}^6 \frac{1}{s} \cdot 8 Byte = 0,8 \frac{GByte}{s} \)


da die Datenbusbreite von 64 Bit die gleichzeitige Übertragung von 8 Byte pro Takt erlaubt.



DDR-SDRAM


DDR-SDRAM (Double Data Rate) überträgt die doppelte Datenmenge pro Bustakt, indem nun bei der fallenden und der steigenden Taktflanke Daten übertragen werden.

Chip

Modul

Speichertakt

I/O-Takt

Effektiver Takt

Übertragungsrate pro Modul

DDR-200

PC-1600

100 MHz

100 MHz

200 MHz

1,6 GB/s

DDR-266

PC-2100

133 MHz

133 MHz

266 MHz

2,1 GB/s

DDR-333

PC-2700

166 MHz

166 MHz

333 MHz

2,7 GB/s

DDR-400

PC-3200

200 MHz

200 MHz

400 MHz

3,2 GB/s


Die Modulbezeichnungen entsprechen der Übertragungsrate des Moduls.

DDR


Der I/O-Puffer kann die doppelte Datenrate deshalb bereitstellen, weil die Speicherzellen mit einem 2-bit-Prefetch angeschlossen sind. D.h. bei einem Zugriff werden aus dem Speicherfeld gleich zweimal so viele Daten geholt, als mit einem Mal nach außen gegeben werden können. Die eine Hälfte der Daten wird dann mit der steigenden Taktflanke ausgegeben, während die andere Hälfte zwischengespeichert und dann erst mit der fallenden Flanke ausgegeben wird (to fetch = abrufen => prefetch = vorweg abrufen).

Damit das zu einer Beschleunigung führt, muss die Anzahl zusammenhängend angeforderter Daten (='Burst-Length') immer gleich oder größer als die doppelte Busbreite sein. Da das nicht immer der Fall ist, oft kann zweite Hälfte der Daten nicht verwendet werden (z.B. Programmsprung). Daher ist DDR-SDRAM im Vergleich zu klassischem SDRAM bei gleichem Takt nicht exakt doppelt so schnell. Ein weiterer Grund ist, dass Adress- und Steuersignale im Gegensatz zu den Datensignalen nur mit einer Taktflanke gegeben werden.



DDR2-SDRAM


Chip

Modul

Speichertakt

I/O-Takt

Effektiver Takt

Übertragungsrate pro Modul

DDR2-400

PC2-3200

100 MHz

200 MHz

400 MHz

3,2 GB/s

DDR2-533

PC2-4200

133 MHz

266 MHz

533 MHz

4,2 GB/s

DDR2-667

PC2-5300

166 MHz

333 MHz

667 MHz

5,3 GB/s

DDR2-800

PC2-6400

200 MHz

400 MHz

800 MHz

6,4 GB/s

DDR2-1066

PC2-8500

266 MHz

533 MHz

1066 MHz

8,5 GB/s


Ein 4-bit-Prefetch ermöglicht das Verdoppeln des I/O-Taktes, was wiederum eine Verdoppelung der Übertragungsrate ermöglicht.


DDR2



DDR3-SDRAM


Chip

Modul

Speichertakt

I/O-Takt

Effektiver Takt

Übertragungsrate pro Modul

DDR3-800

PC3-6400

100 MHz

400 MHz

800 MHz

6,4 GB/s

DDR3-1066

PC3-8500

133 MHz

533 MHz

1066 MHz

8,5 GB/s

DDR3-1333

PC3-10600

166 MHz

667 MHz

1333 MHz

10,6 GB/s

DDR3-1600

PC3-12800

200 MHz

800 MHz

1600 MHz

12,8 GB/s


DDR3

Ein 8-bit-Prefetch verdoppelt nun ein weiteres Mal die Übertragungsrate des Moduls. Die jedoch nur dann voll zum Tragen kommt, wenn zusammenhängende Datenstücke übertragen bzw. genutzt werden können. Im schlimmsten Fall werden 7/8 der übertragenen Daten nicht benötigt und verworfen.


DDR4-SDRAM

DDR4 SDRAM wird genau wie DDR3-SDRAM mit 8-bit-Prefetch betrieben. Es findet also keine weitere Verdoppelung der Übertragungsrate mehr statt.


Chip

Modul

Speichertakt

I/O-Takt

Effektiver Takt

Übertragungsrate pro Modul

DDR4-1600

PC4-12800

200 MHz

800 MHz

1600 MHz

12,8 GB/s

DDR4-2133

PC4-17000

266 MHz

1066 MHz

2133 MHz

17,2 GB/s

DDR4-2666

PC4-21300

333 MHz

1333 MHz

2666 MHz

21,3 GB/s

DDR4-3200

PC4-25600

400 MHz

1600 MHz

3200 MHz

25,6 GB/s

DDR4-3600

PC4-28800

450 MHz

1800 MHz

3600 MHz

28,8 GB/s


Neben verbesserter Fehlererkennung und -korrektur wurden die Taktraten bei gleichzeitiger Absenkung der Spannung auf 1,2V weiter erhöht. Intern geschieht das, indem die Speicherbänke schmaler designt werden:

Die Länge der Wordlines wird bei DDR4 auf ein Viertel reduziert, ihre Anzahl aber nur verdoppelt. Eine Bank speichert also nur halb so viele Daten wie DDR3. Dafür hat ein DDR4-Chip doppelt so viele Bänke, die zudem in Gruppen zusammengefasst sind: Jede Bankgroup besteht aus vier Bänken. Die Organisation in Bankgroups erlaubt eine schnelle Weitergabe der Daten von einer Bank über den Zwischenspeicher (Prefetcher) zum Datenbus.

Vergleich einer DDR3- mit einer DDR4-Bank


Kurze Wordlines lassen sich schneller auslesen.



Unterschiedliche Arten von Speichermodulen


Unterschiedliche Speichermodule


DDR5-SDRAM

Bei DDR5 SDRAM gibt es dagegen wieder eine Verdoppelung des Prefetching. Er wird mit 16-bit-Prefetch betrieben. 



Dual Channel


Die Datenübertragungsrate kann durch Dual Channel – Betrieb noch mal verdoppelt werden:

Dual Channel

Dies bewirkt eine Leistungssteigerung um bis zu 20%.



PC Games Hardware 10/2007

http://de.wikipedia.org/wiki/Double_Data_Rate

http://de.wikipedia.org/wiki/Speichermodul

http://de.wikipedia.org/wiki/DDR-SDRAM

http://de.wikipedia.org/wiki/Dual_Channel

http://www.tecchannel.de/index.cfm?pid=214&pk=401182

https://www.chip.de/artikel/DDR4-RAM-So-funktioniert-der-neue-Arbeitsspeicher_139947802.html


Last modified: Wednesday, 27 April 2022, 10:52 AM